Bootsbauer bei Jugend in Arbeit

Das Ziel der Bootsbauer: Schiffe erhalten

von Helge Stroemer (Text, Video), David Reimers (Video, Kamera)

Eine handwerkliche Ausbildung vor einem Studium ist eine interessante Alternative. Der Betrieb "Jugend in Arbeit Hamburg" bildet junge Leute zu Bootsbauern aus, die alte Schiffe restaurieren und damit erhalten. 

Es gibt große Werften wie Blohm + Voss in Hamburg, die nur noch wenige Schiffe bauen, dafür viele umbauen, ausbauen und reparieren. Und es gibt kleine Werften wie Jugend in Arbeit Hamburg. Dieser Betrieb im Stadtteil Harburg bildet junge Leute zu Tischlern, Elektronikern, Konstruktionsmechanikern und Bootsbauern aus.

Der Bootsbau nimmt eine besondere Stellung in dem Unternehmen ein. Georg Marschall, 27, begeisterte sich während seiner Ausbildung zum Bootsbauer für die Arbeit mit alten Schiffen und traditioneller Handwerksarbeit. "Mein Ziel war es, viel mit Holz zu arbeiten." Das passte. Denn hier werden historische Schiffe aufwendig restauriert und so erhalten.

"Ich habe die Ausbildung gemacht, weil sie sehr vielseitig ist. Man arbeitet mit Holz, Metall und Kunststoff. Motoren gehören auch dazu. Außerdem gefällt es mir, an der frischen Luft im Hafen zu arbeiten", sagt Marschall.

Für Hamburgs Bootsbauausbildung sieht es aber nicht gut aus. Denn die Hansestadt hat die finanzielle Förderung eingestellt und die zuständige Berufsschule geschlossen. Die Auszubildenden fahren nun nach Lübeck-Travemünde zum Unterricht. Jens Lüth von Jugend in Arbeit glaubt jedoch an die Zukunftsfähigkeit der Branche. Bootsbauer seien weiterhin auf Jachtwerften gefragt.

Bootsbauer-Jobs in Nordeuropa und im Flugzeugbau

Die Jobsuche in Hamburg ist schwierig. Dort kämpfen die Werften ums Überleben. Ein  gelernter Bootsbauer muss sich meist in einem größerer Wirtschaftsraum umschauen. "Eine große Nachfrage bietet sich auf der nordeuropäischen Achse zwischen Hamburg, Kopenhagen und Malmö", so Lüth. Dort seien noch Jobs zu bekommen.

Der Vorteil einer Ausbildung zum Bootsbauer, die 3,5 Jahre dauert, ist die Beschäftigung mit verschiedenen Materialien. Deshalb sind Bootsbauer auch im Flugzeugbau gern gesehen. Dort seien sie häufig für die Innenausstattungen zuständig, so Lüth.

Die Ausbildung zum Bootsbauer bietet eine gute Basis für ein anschließendes Studium. Voraussetzung ist natürlich, dass der Absolvent studieren möchte. Dann hätte die Ausbildung zum Bootsbauer einen weiteren Vorteil: Neben dem Studium könnte man in den Semesterferien auf einer Werft arbeiten - vielleicht sogar international.

 

 

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