Hafen, Schifffahrt, Berufe

Hamburger Hafen: die Logistik an Land

Teil zwei

Hinter dem Lagersystem an Land steht ein ausgeklügeltes System. Der Brückenfahrer hebt den Container vom Schiff und stellt ihn auf den Boden ab. Dann saust ein über zwölf Meter hohes Transportfahrzeug herbei, das aussieht wie aus einem Science-Fiction-Film. Es sind die so genannten Van Carrier mit den vier über den Reifen säulenartigen Aufbauten. Die Fahrer dieser Vehikel bringen die Stahlkisten zu einem Stellplatz oder zu den Containerbrücken.

Der Hafen schläft nie - Tag und Nacht wird hier gearbeitet. Van Carrier auf dem Eurogate Terminal.

Und so funktioniert das System: Wenn ein Van-Carrier-Fahrer einen Container aufnimmt, wird über ein Satellitensystem (DGPS) automatisch ein Signal an den Zentralcomputer weitergeleitet. Setzt er die Stahlkiste an einem Stellplatz ab, geht die neue Position und die Kennnummer an den Zentralrechner. 

In einem modernen Hafenbetrieb geht nichts mehr ohne Computer und die Verknüpfung aller elektronischen Systeme wird weiter vorangetrieben.


Am Burchardkai im Hamburg Hafen: Ein Van Carrier fährt unter eine Containerbrücke, um einen Stahlbox abzustellen.

Hafen und Globailisierung

Schifffahrtskaufleute, Reedereimitarbeiter oder Logistiker spinnen täglich am weltumspannenden Netz. Mit E-Mails halten sie ständig den Kontakt aufrecht. Auf Englisch gehen die Mails und Verträge in die Büros rund um die Welt: Singapur, Hongkong, Los Angeles. 
Es ist die Internationalität, die die Mitarbeiter dieser Firmen an ihrer Arbeit reizt. Doch die Globalisierung wird im Hafen gelebt, aber auch erlebt - in wirtschaftlich guten wie in schlechten Auswirkungen.

Blick über den Burchardkai der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). Fotos: Helge Stroemer

Seit der Finanzkrise 2008 steckt die gesamte Schifffahrtsbranche in der Krise. Die Schifffahrt leidet weltweit unter steigenden Rohölpreisen, zu vielen Schiffen und mangelnder Auslastung. Das bekommen alle Häfen in Deutschland zu spüren. 

Hamburg ist Deutschlands Exporthafen Nummer eins. Die Hansestadt liegt als Containerhafen in Europa hinter Rotterdam an zweiter Position und weltweit auf Platz 14 in der Liste der größten Containerhäfen.

Besonderns Deutschlands einziger Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven (JadeWeserPort), der erst 2012 eröffnet wurde, leidet unter mangelnder Auslastung. Erst wenn die Frachtraten wieder steigen, kommen die Schifffahrtsbranche und die Häfen wieder in ruhiges Fahrwasser.

Doch einfach wird es nicht werden, denn die Konkurrenz schläft nicht. Die niederländische Hafenstadt Rotterdam rüstet sich für die Zukunft und will ihren Vorsprung gegenüber Hamburg und Antwerpen weiter ausbauen.

Dafür wird weit draußen im Meer gebaggert, um einen neuen Hafen zu bauen. Die so genannte "zweite Maas-Ebene" soll dann 2030 fertig sein. Ziel ist es, mehr als doppelt so viele Container wie jetzt in Rotterdam umzuschlagen (2012 waren es rund 11,9 Mio. Container).

Hier geht's zurück zum ersten Teil

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