Öffentlichkeitsarbeit für den Hamburger Hafen

Ausbildung und Arbeitsalltag, Teil 1

jobaspekte | hst

Allein im Hafengebiet haben rund 500 zumeist mittelständische Unternehmen ihren Sitz. Dazu zählen nicht nur Betriebe für den Containerumschlag, sondern auch Reedereien oder Transportdienstleister. 

Hafen Hamburg Marketing e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Firmen "unternehmens- und wettbewerbsneutral" nach außen zu vertreten. 290 Unternehmen sind dort Mitglied. Sabine Zilski, 27, ist für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Wie sind Sie zu ihrem Job gekommen?
2008 habe ich bei Hafen Hamburg Marketing während eines dreimonatigen Praktikums bereits in verschiedenen Bereichen der Marketingorganisation mitarbeiten können. 
Dort hatte ich mich damals beworben, weil ich den Hamburger Hafen schon immer super spannend fand. Nachdem ich dann zum ersten Mal die Hafenluft geschnuppert hatte, konnte ich mir relativ schnell einen Arbeitsalltag ohne eigentlich nicht mehr vorstellen.

Zum Glück beruhte diese "Liebe auf den ersten Blick" auf Gegenseitigkeit und so durfte ich nach meiner abgeschlossenen Ausbildung - und einem halbjährigen Auslandsaufenthalt in Irland - wieder ins Team einsteigen. Vorerst als Elternzeit-Vertretung für die Kollegin aus der Presseabteilung, aber dann wurde mein Vertrag unbefristet verlängert.

Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden? 
Mir gefällt das "Produkt", für das ich täglich werbe: der gesamte Wirtschafts- und Industriestandort des Hamburger Hafens. Da hat man richtig das Gefühl, am Puls des Wirtschaftslebens zu sein. 
Und Hafen Hamburg Marketing ist die erste Anlaufstelle für alle Anfragen und Anliegen rund um den Hafen - sozusagen das internationale Sprachrohr.

Allein im Hafengebiet sitzen rund 500 meist mittelständisch geprägte Unternehmen. Und auch im Stadtgebiet sowie in der Region haben hunderte Hafen- und Logistikdienstleister ihren Standort. Diese Unternehmens- und Leistungsvielfalt, die wir vertreten, macht den Beruf für mich so interessant. 

Hinzu kommt, dass die Medien und die Gesellschaft ein großes Interesse am Hafen haben. Da ist man in der Pressestelle in einer sehr komfortablen Situation. Schon während meines kurzen Praktikums konnte ich feststellen, dass mir der abwechslungsreiche Alltag und die vielfältigen Projekte, die über unsere Pressestelle laufen, sehr gut gefallen. Auch heute noch lerne ich fast täglich dazu. Es wird also nicht langweilig.

Welche Ausbildung haben Sie?
Ich habe eine schulische Ausbildung zur Internationalen Eventmanagerin an einer höheren Berufsfachschule absolviert und auf dem Weg auch Abschlüsse als Fremdsprachenkorrespondentin in Englisch und Französisch sowie als Kaufmännische Assistentin mitgenommen. 

Mit Pressearbeit hatte ich bis dahin eigentlich überhaupt nichts am Hut. Aber die Arbeit mit Texten hat mir schon immer Spaß gemacht und immerhin komme ich aus dem Marketing-Bereich. Zu den Kommunikationsinstrumenten im Marketing-Mix gehören schließlich nicht nur gute Events, sondern auch eine ordentliche auf die Gesamtkommunikation abgestimmte PR. Das geht alles Hand in Hand.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? 
Alle unsere Aktivitäten sind darauf ausgerichtet, für die Hamburger Hafenwirtschaft und die Region zu werben. Das mache ich hauptsächlich durch Pressemitteilungen und -veranstaltungen. 

Darüber hinaus betreue ich nationale und internationale Journalisten und Filmteams, erstelle redaktionelle Sonderbeilagen für Fachzeitschriften oder eigene Publikationen, wie das Hafen Hamburg Handbuch, das Kundenmagazin Port of Hamburg Magazine und Daten & Fakten-Faltblätter.

Hinzu kommen diverse Sonderbroschüren zu Spezialthemen, wie zu den Hamburger Quartiersleuten oder dem Umweltengagement des Hafens. Es sind auch Länderbroschüren dabei, die in der Landessprache der Marktregionen wie China, Russland oder Südamerika, die Kunden vor Ort informieren. Das findet alles in enger Zusammenarbeit mit unserer hauseigenen Marktforschung statt, von denen ich die aktuellen Daten erhalte.

Ansonsten gibt es immer wieder neue Themen, die meinen Arbeitsalltag bestimmen. Spannende Verladungen, neue Rekorde, besondere Schiffsanläufe oder neue Liniendienste, neue Umweltrichtlinien oder neue Treibstoffe für Seeschiffe, Entwicklungsprojekte wie die Fahrrinnenanpassung der Unter- und Außenelbe, der dringend erforderliche Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals und weitere Verkehrsinfrastrukturprojekte oder die Umstrukturierung der Hamburger Zolllandschaft vom Freihafen zum Seezollhafen.

Häufig weiß ich heute nicht, was mich morgen erwartet. Ich muss mich immer wieder in neue Fachthemen einarbeiten und mich eigenständig weiterbilden. Das macht den Job aber auch spannend. 

Und da wir häufig auch abteilungsübergreifend arbeiten, kommt es hin und wieder vor, dass ich mit nationalen und internationalen Fachdelegationen auf einer Barkasse durch den Hafen schippere und die Standortvorteile, die Organisation und die Entwicklung des Universalhafens erkläre oder bei der Organisation, Durchführung und Nachbereitung von Infoveranstaltungen unterstütze.


Hier geht's zum zweiten Teil:

Welche Voraussetzungen müssen für diesen Job mitgebracht werden? 
Wie sieht es mit den Zukunftsperspektiven und den negativen Seiten aus?

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