Über den schwierigen Einstieg in die Medien

Ein Erfahrungsbericht - Der Start in die Medien, Teil 1

Von Luisa Tauschmann

Sie faszinieren uns so sehr, dass wir in unserer Freizeit freiwillig mehrere Stunden mit ihnen verbringen. Die Rede ist von den Medien. Die Leidenschaft zum Beruf machen - das war auch mein Wunsch. Zeitung, Radio, Fernsehen und Co.

Eines war sicher: Die komplizierten und für mich eher langweiligen Rechnungen aus dem Mathematikunterricht wollte ich endlich hinter mir lassen. Stattdessen suchte ich nach einem Beruf, in dem vor allem Kreativität gefragt ist. Wichtig waren mir verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Aufgaben, damit ja nie Langeweile aufkommt. Außerdem wollte ich nicht tagtäglich nur im Büro sitzen, sondern auch einmal Außentermine wahrnehmen. 

Interessante Menschen wollte ich treffen - und natürlich auch viel Geld verdienen. Doch welcher Job kann all diese Anforderungen erfüllen? Ob als Journalistin für Zeitungen oder Online-Magazine, als TV- Redakteurin, als Radiomoderatorin oder als PR-Beraterin - genaue Vorstellungen, welcher Beruf es werden sollte, hatte ich als Abiturientin noch nicht. Doch ich war mir ziemlich sicher, dass die Medienbranche das Richtige für mich ist.

Medien und Studium: 3355 Studieninteressierte auf 41 Plätze

Glücklich darüber, endlich eine Entscheidung getroffen zu haben, suchte ich auf den Internetseiten der verschiedenen Universitäten nach Studienmöglichkeiten, denn ich konnte es kaum noch erwarten mein Studium zu beginnen. 
Der Besuch bei der Dame vom Berufsinformationszentrums (BiZ) der Arbeitsagentur trübte allerdings meine Vorfreude. Sie wies mich darauf hin, dass die Aufnahmebedingungen für ein kommunikations- oder medienwissenschaftliches Studium sehr hoch seien.

Tatsächlich ist die Nachfrage in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. So bewarben sich für das Wintersemester 2012/13 zum Beispiel für den Bachelor-Studiengang Medien- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg 3355 Studieninteressierte auf gerade einmal 41 Plätze. Ein sehr guter Abiturdurchschnitt oder viele Wartesemester sind deshalb meist Voraussetzung.

Was mir damals nicht klar war: Es muss nicht zwangsläufig einer der klassischen Studiengänge sein. Auch als Germanist, Politik- oder Kulturwissenschafter, ja sogar als Biologe ist es möglich eine Karriere in den Medien zu starten (Stichwort: Wissenschaftsjournalismus).

Entscheidend sind vor allem die praktischen Erfahrungen. Einige Redaktionen freuen sich sogar über solche Bewerber, da sie gleich fachspezifisches Wissen mitbringen.

Ein praxisnaher Studiengang bietet oft nur Berufsvorbildung

Doch was mich angeht, so wollte ich unbedingt, dass die Auseinandersetzung mit Medien den Hauptbestandteil meines Studiums ausmacht. Ein Vorteil: Fächer wie Medienethik oder Medienrecht sowie die wissenschaftliche Untersuchung einzelner Medien helfen die Branche besser zu verstehen.

Ich entschied mich für das Bachelorstudium der Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien und anschließend für das Masterstudium der Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Hamburg. Beide Studiengänge sind so konzipiert, dass vor allem Methoden und Theorien der Kommunikationswissenschaft eine tragende Rolle einnehmen, aber auch die Berufspraxis war ein Aspekt des Studiums.

So lernten wir zum Beispiel in Seminaren mit praktischen Übungen am Institut für Journalistik und Kommunikationswissenschaft, worauf es bei der journalistischen Recherche oder dem Führen und Schreiben eines Interviews ankommt und wie Meldungen sowie Reportagen verfasst werden.

Dennoch sollte man das Studium nicht mit falschen Erwartungen beginnen. Die meisten Studiengänge bieten keine vollständige praktische Journalistenausbildung an, sondern verstehen sich als "Berufsvorbildung", wie es die Universität Wien formuliert. Das journalistische Handwerkszeug erlernt man vor allem durch Praktika, bei freier Mitarbeit oder an klassischen Journalistenschulen.

Über den schwierigen Einstieg in die Medienbranche - ein Erfahrungsbericht, Teil 2...



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