Öffentlichkeitsarbeit für einen Verlag, Teil 1

"Ich arbeite gern mit Menschen zusammen und baue Beziehungen zu Geschäftspartnern auf – das ist ein wichtiger Faktor in der PR"

Von Luisa Tauschmann

Bestimmte Positionen sind in einem Verlagshaus wie Gruner + Jahr nur schwer zu ergattern. Sabine Grüngreiff hat es geschafft. Die 37-Jährige ist seit zwölf Jahren in der PR-Branche tätig und seit zwei Jahren beim Hamburger Verlagshaus angestellt.

Sie arbeitet in der Verlagsgeschäftsführung und leitet die PR- / Kommunikationsabteilung für die Zeitschriften "Brigitte", 
"Gala" und "Grazia".

Wie sind Sie zu ihrem Job gekommen?
Ich habe während meines Studiums Berufspraktika absolviert, um heraus zu finden, was mir am meisten liegt. Unter anderem war ich in verschiedenen Redaktionen tätig, bei Fernsehen und Hörfunk. Dort habe ich journalistisch gearbeitet, beim Hessischen Rundfunk auch als freie Hörfunk-Reporterin.

Dann gab es mit dem Ende des Studiums die Überlegung, ob ich ein journalistisches Volontariat mache, wollte aber, bevor ich mich entscheide, noch einmal etwas Neues ausprobieren. Da war die PR naheliegend, und ich habe ein weiteres Praktikum bei einem internationalen PR-Agenturnetzwerk ausgewählt. Hier hat mich das Tätigkeitsfeld überzeugt.

Aus welchem Grund haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?
Was mir an meinem Beruf besonders gefällt, ist die abwechslungsreiche Arbeit: vom Texten über das Organisieren von Veranstaltungen bis hin zur strategischen Planung und Konzeption ist von allem etwas dabei. 

Und ich arbeite sehr gern mit Menschen zusammen, knüpfe Kontakte und baue Beziehungen zu Geschäftspartnern auf – das ist ein sehr wichtiger Faktor in der PR. Hinzu kommen meine Neugierde und meine Begeisterungsfähigkeit, immer wieder Neues kennenzulernen. 

In meinem Beruf muss ich mich oft in mir zuvor unbekannte Sachgebiete einarbeiten und verschaffe mir so einen großen Überblick über gesellschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge. Das empfinde ich als Privileg, die fachmännische Enge liegt mir nicht. 

Und die PR in einem Unternehmen arbeitet abteilungsübergreifend, hier laufen viele Fäden zusammen. Ich hole mir meine Informationen, die ich für die Außenkommunikation über das Unternehmen benötige, aus dem Marketing, dem Vertrieb, der Redaktion usw. So bekomme ich einen tiefen Einblick in das Unternehmen und lerne viele Mitarbeiter und deren Arbeitsgebiete kennen.

"Gala Shopping Night": Sabine Grüngreiff (re.) mit einer PR-Kollegin vor einem Schaufenster des Hamburger Alsterhauses.

Welche Ausbildung haben Sie?
Ich habe Literatur- und Medienwissenschaften in Deutschland und Großbritannien studiert und mit einem Universitäts-Abschluss als Magister Artium abgeschlossen. Während des Studiums habe ich viele Praktika gemacht, um Berufsleben und -felder kennenzulernen.

Nach dem Studium bin ich zunächst über ein Praktikum und anschließend ein Volontariat bei einer Agentur in die PR eingestiegen. Zudem hat mir diese Agentur einen Abendstudiengang ermöglicht, den ich neben dem Volontariat absolviert habe: Ich bin DAPR-geprüfte (Deutsche Akademie für Public Relations) PR-Beraterin.

Begegnung mit politischer Prominenz: auf der öffentlichen Veranstaltung "Brigitte Live", "Frauen wählen!" in Berlin. Anmoderation und Begrüßung der Gäste mit Angela Merkel. Sabine Grüngreiff bei der Geschenkübergabe an die Bundeskanzlerin.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag in der PR-Abteilung aus?
Die Regel ist: Es gibt keinen geregelten Arbeitstag. Ein Anruf oder ein unvorhergesehenes Ereignis können meinen kompletten Tagesplan über Bord werfen. Sie erfordern eine schnelle Reaktion seitens des Unternehmens – und dann ist natürlich die PR-Abteilung gefragt, um ein Wording (s. Extra-Info) zu erstellen und als Ansprechpartner für Anfragen nach Außen Rede und Antwort zu stehen.

Mein Arbeitsalltag besteht zu einem sehr großen Teil aus der Beobachtung der Medien und aus Gesprächen: sei es in Meetings, am Telefon mit Stakeholdern (s. Extra-Info) oder auch einfach beim Gang über den Flur in der Firma.

Ich horche in das Unternehmen hinein, um PR-relevante Themen herauszufiltern und Ideen zu entwickeln, wie ich bestimmte Inhalte und Produkte nach Außen darstelle. Und dann geht es um Ideen- und Konzept-Entwicklung, Abstimmung mit den Kollegen und natürlich die Umsetzung.

Extra-Info
"Wording": Erstellen einer Sprachregelung - mit welchen Informationen und Argumenten tritt das Unternehmen in Bezug auf ein Thema an die Öffentlichkeit. 

"Stakeholder" in der Öffentlichkeitsarbeit sind Personen/Gruppen, die ein Interesse an dem Unternehmen haben und die somit die Kommunikation beeinflussen. Stakeholder werden auch als Anspruchsgruppen bezeichnet. Das können Kunden, Lieferanten oder Journalisten sein.

 

Hier geht's zum zweiten Teil
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