Mobilität und Antriebsarten

Strom, Hybrid und Brennstoffzellen

jobaspekte | Helge Stroemer

Zurzeit befindet sich die gesamte Autobranche im Wandel. Neben konventionellen Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotoren entwickeln die Hersteller auch im Bereich Elektromobile und Hybridfahrzeuge neue Modelle. Welche Ausbildungen sind gefragt?


Hybride Antriebe
Alternativen Konzepten gehört die Zukunft bei der Kosten-Nutzen-Bilanz. Der größte Vorteil bei hybriden Antrieben ist, dass zwischen Elektroantrieb und einem konventionellen, sparsamen Motor gewählt werden kann.

Stoppen steigende Strompreise reine Elektroautos?
Kritiker des reinen Elektroautos sagen, dass die steigenden Strompreise den E-Modellen in die Quere kommen werden. Privathaushalte hätten dann Probleme, sich das Aufladen leisten zu können. Zudem fehlt immer noch eine Infrastruktur, um die Strom-Autos überall problemlos aufladen zu können.

Kaufinteresse hält sich noch in Grenzen
In Deutschland finden sich unter insgesamt 43 Millionen Fahrzeugen derzeit nur rund 7.100 zugelassene Elektroautos. Noch stehen die Käufer der Elektromobilität kritisch gegenüber: Sie sind ihnen zu teuer, zu langsam oder haben ihnen eine zu geringe Reichweite. Viele Leute haben Angst, dass ihnen auf langen Strecken der Saft ausgeht.

Jobs - Wen suchen die Hersteller?
Trotzdem wird bei den Herstellern an den neuen Modellen gearbeitet, was das Zeug hält. Alle Hersteller und Zulieferbetriebe sind derzeit auf der Suche nach Elektronik- und Softwarespezialisten, aber auch nach klassischen Maschinenbauingenieuren.
Denn in der Automobilbranche zieht die Entwicklung von Elektroautos an. Ein Grund ist auch die EU: Sie hat neue CO2-Grenzwerte für Autos festgelegt. Im Jahr 2020 müssen Neuwagen ein Drittel weniger Kohlendioxid ausstoßen als heute. Hier geht's zu einem jobaspekte-Beitrag, der die Jobsituation im Automobilbereich beschreibt.

Batterieentwicklung für E-Mobile - Chancen für Elektroingenieure
Die Formel lautet: Höhere Speicherkapazität bietet eine höhere Reichweite. Gesucht werden deshalb Elektroingenieure, die sich mit Hochvoltspeichern auskennen. Das sind so genannte Lithium-Luft-Akkus, die sogar bald Reichweiten von mindestens 360 Kilometern erreichen sollen. Insgesamt arbeiten zum Beispiel bei BMW derzeit 3.000 (!) Mitarbeiter. Und auch andere Hersteller und Umrüster suchen natürlich Leute, die sich mit Elektro-Autos auskennen oder die Arbeit kennenlernen wollen. (s. auch jobaspekte-Video über die Pionierarbeit mit Elektroautos.)

Der BMW i3 gilt in der Automobilindustrie als mutiges Projekt. Mit dem Carbon Body beschreitet BMW technisch neue Wege in der Elektromobilität - durch ein eigenständiges Karosserie- und Innenraumdesign, durch erstmaligen Großserien-Einsatz von Karbon-Verbundstoffen und durch Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen. Foto: BMW AG

Wie und wo lädt man Elektroautos auf?
Entweder in rund neun Stunden an der heimischen Steckdose oder sechs Stunden an einer speziellen Ladestation für zu Hause.

An einer öffentlichen Säule oder an einer Schnellladestation steht nach 30 Minuten wieder rund 80 Prozent der Batteriekapazität zur Verfügung.

Viele Hersteller entwickeln E-Mobile: u. a. BMW (i-Modelle), Volkswagen (e-Golf) und auch Mercedes-Benz sagt "Die Zukunft ist elektrisch" (die B-Klasse als Elektro-Auto).

Weitere Infos über Elektromobilität finden sich in den jobaspekte-Video-Beiträgen über die Arbeit mit Elektroautos und in dem Interview mit einem Karabag-Mitarbeiter.

Foto: Tesla Model S, Tesla Motors Inc.

Ein Börsenliebling kommt aus Kalifornien. Die Firma Tesla will von Amerika aus den Markt aufrollen - weltweit natürlich.
Firmenchef ist Paypal-Gründer und Multimilliardär Elon Musk. Er sagt in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung: "Wer sich jetzt nicht neu orientiert, wird zurückbleiben. Die Leute werden in einigen Jahren auf Benzinmotoren zurückblicken, so wie wir heute auf Dampfmaschinen zurückblicken."

Tesla feiert zwar Verkaufserfolge mit seiner mindestens 65.000 Euro teuren Luxus-Elektrolimousine Model S. Einen Massenmarkt erreicht das Unternehmen jedoch nicht.

Noch verkauft die kalifornische Elektro-Star-Firma nur ein paar tausend Autos. Das Ziel sei aber ein Superauto, elektrisch, mit großer Reichweite, das für Kunden erschwinglich ist, so Musk. In ein paar Jahren ist ein deutlich günstigeres Modell geplant. Tesla braucht dafür vor allem günstige Batterien, um diese bauen zu können.

Die US-Amerikaner gehen deshalb noch einen Schritt weiter, um ihr Ziel zu erreichen. Die ehrgeizigen Pläne haben einen entsprechenden Namen: Gigafactory. Um seine Elektroautos erschwinglicher zu machen, plant das kalifornische Unternehmen nämlich den Bau einer riesigen Batteriefabrik.

Das Werk soll bis zum Jahr 2020 mehr der benötigten Lithium-Ionen-Akkus produzieren als alle heutigen Fabriken zusammen. Die Kosten für Akkus sollen dadurch um mehr als 30 Prozent sinken. 6500 Menschen will Tesla in seiner US-Fabrik beschäftigen.

Toyota FCV Concept Car
Foto: Toyota FCV Concept Car

Nicht unerwähnt bleiben soll hier die Antriebsart mit der Brennstoffzellen-Technologie. Auch mit ihr wird experimentiert. Die Japaner bringen den wasserstoffbetriebenen Toyota FCV Concept auf den Markt. Der Clou: Auftanken dauert nur drei Minuten. Und auch Daimler setzt auf die Brennstoffzelle. Der Haken bei dieser Antriebsart: Es gibt zu wenig Wasserstoff-Tankstellen.

Also, es bleibt spannend, welche Technologie sich durchsetzen wird.

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