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Studieren liegt weiter voll im Trend – Wo gibt’s Probleme?

erstellt von jobaspekte | 18.06.2014

Das Studium ist in Deutschland weiterhin attraktiv. In den letzten drei Jahren wurden hinsichtlich der Aufnahmezahlen an den Hochschulen neue Rekordzahlen erreicht.

Abbildung: Studienanfängerzahl und -anteil nach Hochschularten 1995 bis 2013 (aus: Bildung in Deutschland 2014, Abb. F2-2, S. 125)

 

Untermauert wird die hohe Beliebtheit des Studiums durch die Zahlen. Mit mehr als 500.000 Erstsemestern wurde zum dritten Mal in Folge in etwa die Zahl der Anfänger in der dualen Berufsausbildung erreicht.

Als Gründe für diesen Boom werden die G8-Umstellung sowie der Verzicht auf die Wehrpflicht genannt. Bedenkt man, dass seitens der Bildungspolitiker lediglich eine Quote von 40 bis 42 Prozent Studienanfänger gewünscht war, liegen die nunmehr 50 Prozent der Hochschulzugangsberechtigten deutlich darüber.

Über die Folgen hat sich unter anderem Prof. Dr. Andrä Wolter vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) Gedanken gemacht und äußert dabei die Überzeugung, dass man "neu über das Verhältnis von beruflicher Bildung und Hochschulbildung nachdenken" müsse.

In einer Gesellschaft, in der die Hochschulausbildung quantitativ im Vordergrund steht, werden auch die Unterscheidungen zwischen den einzelnen Studiengängen wichtiger. Eine der Folge könnte sein, dass die Berufsaussichten mit einem Bachelor- und einem Master-Abschluss deutlich voneinander abweichen.

Inflation an Studiengängen
Des Weiteren bewirkt die "Inflation" an Studiengängen (die Zahl liegt mittlerweile bei 9.500 grundständigen Angeboten und 7.000 Masterstudiengängen) einen zunehmenden Beratungsbedarf, damit nicht am Berufsleben "vorbeistudiert" wird.

Hinzu kommt die hohe Zahl an privaten Neugründungen, gerade im Fachhochschulbereich. Diese Universitäten müssen ihr Profil oftmals noch finden und sorgen zudem dafür, dass bei den etablierten Bildungsinstitutionen Reformen in Gang kommen.

Die Kehrseite
Die Entscheidung, was man nun studieren soll, wird schwieriger und erfordert eine gute Beratung. Durch die hohe Nachfrage nach einem Studium steigt auch die Anzahl an Fachkräften mit Hochschabschluss.

Bisher bedeutete ein Hochschulabschluss meist gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. In Zukunft, so die Experten, könnten diese guten Jobchancen nach einem Abschluss unterschiedlich ausfallen und ist vermehrt abhängig davon, ob das Studium mit einem Bachelor- oder ein Master beendet wurde.

Quelle
"Bildung in Deutschland 2014", Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), www.bildungsbericht.de.

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